Die Schattenarbeit fängt langsam an zu greifen. Eines meiner "geliebten" Themen ist mein "Kleinsein" und der Glaube, sich nicht wehren zu können. Und daß ich mich nicht so annehme, wie ich bin. Nun, klar, daß ich dann auch stante pede was serviert bekomme. Es gibt hier in der Gegend, in der ich gerne meine Spaziergänge mache, ein paar ziemlich bescheuerte Nachbarskinder, die sich einen Jux daraus machen, mich mit den Rufen "Cowboy" und Hohngelächter aufzuziehen. Die merken scheints abseits von meiner Dunstkliepe, daß ich irgendwie anders bin und bohren da erst mal nach (gut, daß die nicht wissen, wie ich *wirklich* drauf bin, dann wär Ruhe mit Späßchen auf meine Kosten...).
Nun, ein, zweimal so ein Scheiß ist ja mal okay, aber das in letzter Zeit bei fast jedem Spaziergang serviert zu bekommen geht doch langsam auf die Shrimps. Heute wieder. Gemütlich aus dem Wald rausgestakst, zu allem Überfluß noch mit einer Rassel in der Hand, weil grad ritualisiert, und das Ganze von vorne. Ignorieren bringt nix, schimpfen auch ned. Einfangen auch nich, die hocken auf ihren Fahrrädern und brüllens aus sicherer Entfernung. Augen zu, versucht, mich zu sammeln, Schmalzviecherl invoziert. Und dann was relativ untypisches gemacht. Denen in Hörweite Sachen wie "Ällabätsch, Ihr traut Euch ja nicht, herzukommen", "Na kommt doch mit, Ihr Süßen, ich zeig, wo ich wohne!" zugebrüllt, Winkewinke gemacht und rumgehüpft. Halt versucht, den Spieß umzudrehen. Naja, und dann erlebte ich einen netten Effekt: ich selber fühlte, daß ich mich doch wehren und das Maul aufmachen kann - normalerweise reagiere ich bei Provokationen sehr blockiert und weiß nicht, was ich sagen soll. Aber es geht. Ein weiterer, sehr interessanter Nebeneffekt: ich traute mich später, ohne Beisein der Rangen, generell mehr, Leute anzusprechen und ein kleines Schwätzchen zu machen. War vielleicht auch eine Übersprungshandlung von mir wegen meiner Verlegenheit, aber irgendwas war "aufgebrochen".
A bissal schäme ich mich ja, so was zu schreiben - bin ja ein ausgewachsener Kerl und da sollten solche Stories nimmer passieren, aber ich gebe nun mal vom physischen Erscheinungsbild eine Zielscheibe her, und ich bins auch leid. Aber einen Vorteil habe ich: ich kann zaubern. Und da sorge ich dafür, daß die lieben Kleinen mir mal in einer Situation begegnen, wo sie nicht aus können. *allerliebst Cowboyhut tief in die Fräse zieh* *morph* *flöt* Ihr Lieben, ich hab was zu reden mit Euch.....
.....ruft sie wieder. Ich möchte als Tribut an sie ein Gedicht vom Schwesterlein reinstellen, das mich immer wieder berührt.
Du
Hell
Holde
Holle
Mutter
Alte
Greisin
dort stehst Du am anderen Ende des Tunnels
Deine knochigen Arme ausgestreckt
um Willkommen zu heißen,
wem Du die dunkle Wiege bestimmt
jenes Grab
dessen Gebieterin Du bist
Königin der Unterwelt
Hüterin der Träume
Du bist die Hölle
das Helle
das Licht in der Dunkelheit
die schwarze Sonne
die die Schwärze durchbricht
und sie erstickt
Du
Sängerin des Schweigens
Bergerin allen Wissens
aller Geheimnisse
Du
un-endliche
Du
Gnade
Du
Unbarmherzigkeit
Du
Dein Kuss ist wie der Biss der Viper
giftig
tödlich
befreiend
belebend
Du
Du Seelenfänger- und gebärerin
Königin der Elfenvölker
Du entscheidest wann der alte König
dem neuen weicht
der doch nur eine Wiedergeburt
seiner selbst ist
gewandelt
durch Dich
wenn Du es bestimmst.
wem Du es bestimmst.
Du
Du meines Bruders Mutter
Todesengel, schwarzer Schwan,
dunkler Schoß
der die Unterwelt umarmt
chtonisch Windende
Webende Spinnerin
Du gewaltige Tänzerin
Deine Feuerzungen
umranken Yggdrasil
streicheln
züngeln
wie Schlangen
Du
Medusa
Sirene
Dein Gesang ist tödlich
und so bittersweet
Oh wie Du lockst
umgarnst, umschmeichelst
um hernach alle Masken fallen zu lassen
unerträglich ist Dein Antglitz
und doch so wunderschön
Du
gähnender Abgrund
den nur überlebt
dem Du es gewährst
Hatts ja früher nie mit Pearl Jam, aber die Jungs gefallen mir mittlerweile. Wie Eddie Vedder komplett zerschossen "Do the Evolution" bringt, ist einfach klasse. Ein den Oberbossen gigantisch entgegengereckter Mittelfinger.
Ich mach mal auf den Burschen da aufmerksam, den hab ich ja weiter unten schon mal verlinkt. Paßt aber gut, der Text dazu:
Für mich als Gitarrist natürlich lecker, was der da zusammenharft, das ist Oberliga. Bizarr ist aber, daß ich die Musik kennenlernte bzw. viel hörte, als das mit Mme Moppel begann, sich anzubahnen. Wie´s lief, weiß ja jeder, aber jetzt kommts: Normalerweise kann ich die Musik, die ich mit so beschissen laufenden Dingen assoziiere, eine Zeit lang nimmer hören, macht mich einfach krank. Beim ollen Rory ist das nicht so, den hör ich jetzt mehr denn je und geh dabei ab wie´n Zäpfchen. Ich kanns ned erklären, warum, vielleicht hat der sich angeboten, mich musikalisch durch diese ganzen Sperenzien tu tragen, damits mich nicht komplett derwaffelt. Wurscht. Ein Guinness aufn Rory.
So mal sinnfrei reingeschlabbert.
So, ein paar kurze Zeilchen, von wegen Entspidern und so.....
Seitdem ich mir ein paar persönliche Grundsätze zurechtgelegt bzw. die verändert habe, geht es langsam, aber stetig bergauf. Im Grunde habe ich mir nur gesagt, daß ich, wie im Beitrag weiter unten, das, was mir "im Weg steht", gnadenlos wegzubomben, auch wenn das ziemlich kriegerisch klingt.... aber anderster gehts nicht. Seit dieser "Ansage" habe ich das Gefühl, "fokussierter" zu sein. Es gab ein paar nette Hinweise, so z.B. ein wüster Streit mit einigen Naturheilkundegegnern in einem Forum, die mir zeigten, wo´s bei mir mit Selbstbewußtsein, Argumentation und Präsentation noch hakt. Auch ein paar alte Freunde und Kumpel (auch die hier im Blog....) kommen wieder zurück und melden sich..... freut mich riesig. Und die olle Depression ist zwar noch da, hat aber weniger Schrecken. Wird zwar noch ein harter Brocken, weil ich das, was auf dem Diagnosezettel steht, also "Dystymia", was ganz was Hartnäckiges ist, aber jetzt wird nimmer klein beigegeben.
Wo´s aber echt noch hapert bei mir, sind Beziehungen. Da hab ich echt noch Schiß, weil ich nimmer verletzt werden will. *wäh*
Ist zwar schon länger her, aber ein nettes Schwänkchen, zwar kein Trollelfenkaliber, aber daran kann man ja arbeiten....
Ich schlendere eines schönen Sommermittags die Einkaufsstraße hier runter, da tritt mir so ein komischer, leicht aketisch aussehender Heini, in den 20er, kurzgeschorene Haare, oranges T-Shirt entgegen und blubbert mir was vor, daß er Spenden für irgendeinen indischen Swami sammelt. Dabei hält er mir so Heftchen hin, die wie Zeugen-Jehovas-Broschüren ausschauen, bloß mit indischen Motiven. In meinem Hinterkopf dümpelt irgendwas von Hare-Krishna rum.
Hare-Krishna-Heini: "Ich sammle Geld für diese Broschüren, weil die müssen gedruckt werden...."
Ich: "Ah ja, was kostet der Druck von so einer?"
Er: "30 Cent!"
Ich hole 30 Cent raus und drücke die ihm in die Hand. Er hat ja gesagt, daß das so viel lostet. Wenns ihn glücklich macht.
Er (leicht irritiert auf meine sichtbaren Geldscheine im Beutel glotzend): "Ja, sie können gerne eine Broschüre haben, den unser Swami Blahblubb (Namen vergesse) hat uns ganz tolle spirituelle Sachen beigebracht, und das macht so klar...."
Ich: "Danke, aber ich bin spirituell unterwegs!"
Er: "Ja, das habe ich gesehen, drum wollte ich sie fragen...." (ich trage ein Amulett, das ist wohl alles, woraus der geschlossen hat, daß ich bissi strange drauf bin)
Ich: "Also, ich glaub, ich brauch das nicht so, ich bin schamanisch unterwegs...."
Er (wahrscheinlich irgendwo zwischen "vielleicht krieg ich den!" und "Scheiße, mir schwimmen die Felle davon!"): "Ja, aber mit der Meditation des Swamis Blahblubb erreichen Sie vielleicht noch größere Klarheit!"
Ich: "Danke, aber die Geister schenken mir genug ein!"
Damit gehe ich gemütlich weiter. Eigentlich hätt ich den auf ein Bierchen einladen sollen, wär bestimmt interessant gewesen.
So, nachdem das hier eine gute Zeit verwaist war, lasse ich den Blog mal wieder bissi aufleben.
Erstens: daß ich abgetaucht bin, mußte so sein. Es gab genug Hinweise, daß ich eine bestimmte Zeit komplett alleine durchstehen mußte. Um endlich zu lernen: "So, wer oder was mich behindert in meinem Lebensweg, kann sich warm anziehen!" Ich hab diese Einstellung nicht gerne übernommen, aber sie muß sein, anders geht es nicht - zumindest auf meinem Weg. Und das Schamanisieren ist immer auch Krieger sein, und das mit ziemlicher Kompromißlosigkeit und Härte. Hat halt bissi gedauert, bis ich das gefressen habe, aber seit dem Zeitpunkt gehts aufwärts. Deutlich. Und dabei wollt ich nie wirklich was mit dem Kriegerkram zu tun haben.
Hand in Hand damit ging das Realisieren einer Wut. Einer richtig fetten, kochenden, gefährlichen Wut. Die fukussiert sich zwar zur Zeit auf eine ganz bestimmte Person (Name der Redaktion bekannt), aber das steckt noch viel mehr dahinter. Die Wut gilt den Leuten, die mich verlacht, klein gemacht oder sonstwie runter geputzt haben. Vom Jugendzentrum bis Anfang März. Und momentan braucht mir keiner dieser Leute live begegnen, weil das nicht wirklich gesund wäre. Es ist so, und es darf auch gesagt werden. Denn dahinter steckt eine immense Kraft, und ich bin sogar ganz froh, daß ich mit den Zorn jetzt mal in Kontakt gekommen bin. Jetzt muß ich lernen, konstruktiv damit zu arbeiten. Zur Zeit buttere ich sie in mein Hanteltraining rein- da brauche ich nur daran zu denken, wie ich gewissen Leuten die Gewichte in die Fresse donnere, dann läuft das wie geschmiert.
Kurioserweise ist in dieses Fitnesscenter, wo ich bin, ein Kampfsportverein eingezogen, so vor etwa drei Wochen. Da werde ich wohl mal vorstellig werden und fragen, was die so machen.
Ich weiß ned..... ich fühl mich kompromißloser und "härter", aber mir kommt es jetzt so vor, als ob der Körper nachziehen muß, um das, was die Seele da an Veränderungen durchmacht, manifestieren und unterstützen zu können. Grundsätzlich gilt das in allen Bereichen..... Musik, Schamagie, Heilkundlerei, Training.
Manche Leute, so sehr ich sie jetzt gerade auf den Mond schießen könnte, haben gerade dafür gesorgt, daß ich da bin, wo ich jetzt stehe. Bizarre Lektionen der Geister halt. Paßt scho. :-)
Es ist zwar schwerer, als ich dachte, aber es geht langsam. Am Freitag hielt ich meinen Vortrag über Schamanismus. Im Publikum zwei typische Esotussen und zwei komplett normale Muggel. Da eine der Esoschranzen das Gespräch dann immer an sich riß bzw. anfing, von Plejaden und indianischen Tierhoroskopen zu faseln, wurde das abgehobener, als ich geplant hatte - wollte es muggeltauglich rüberbringen. War trotzdem ein Erfolg, und da bleibe ich dran.
Bin ansonsten dabei, diszipliniert meine Zeit einzuteilen und zu lernen, "ganz" bei einer Sache zu bleiben und nicht innerlich abzuschweifen, was ich gerne mache.
Ja, und manchmal erwischt mich schon noch beim Gedanken an "sie" ein Stachel, aber ich kanns drehen und wenden, das ist vorbei, und das ist wohl auch ganz gut so...... habe mittlerweile auch die Bestätigung aus meinem Bekanntenkreis bekommen, daß Madame recht "schwierig" rüberkommt - soll keine Schuldzuweisung sein, war aber doch ganz nett, da ich meiner Wahrnehmung schon gar nicht mehr geglaubt habe. Auch das kriegen wir über die Runden.
Nein, ich bin nicht zum Küblböck mutiert, das wäre ja noch schöner. Möchte nur nach der Gülle der letzten Monate hier bißchen was Positives vermelden/manifestieren, damit das auch in die Richtung weiter geht und nicht immer im Desaster endet.
Kurze Zusammenfassung: vor etwa 2 Wochen fand ich vor meiner Praxis eine tote Krähe, zu dem Zeitpunkt klopften die Ahnen bei mir an, und zwei Tage später begrub ich das Vieh. An dem Tag endete auch meine Beziehung, die nun mal am Schluß nicht mehr das war, was ich erhofft hatte (um fair zu sein: wir beide). Auf dem ersten Blick: leider.
Auf dem zweiten Blick: das war irgendwo so gewollt, weil ich in den letzten zwei Wochen einiges gelernt habe. Jetzt bin ich endlich abgegessen genug, um nicht mehr anderen brav hinterherzudackeln. Ich habe das Gefühl, daß ich anders gehe und stehe und daß meine Stimme auch bißchen anders ist. Also ob durch diese Bombe irgendwas freigelegt oder "gedreht" hat. Mein Grundgefühl ist ein: "So, jetzt isses genug, ich mach´ jetzt mein eigenes Ding!" Das konnte ich vorher nicht.
Es sind schon noch Schmerz, Trauer und Wut da, aber irgendwo wurde so was wie eine Kraft freigebombt, wo ich jetzt dran bleiben muß, um die zu manifestieren. Ich gehe trotz meines Impulses, aus Enttäuschung dicht zu machen, vermehrt aus, bereite einen Vortrag über Schamanismus vor etc. Zusammengefaßt: mir geht´s trotz der Nachwehen erstaunlich gut, eine Last scheint weggefallen zu sein.
Und schamanisch gesehen klärt sich einiges - die Thematik mit den Ortsgeistern hat mir gestern ein paar Antworten und Anweisungen geliefert, und heute kamen die ersten Anmeldungen für den Vortrag. Insgesamt spüre ich mehr Elan, bin endlich organisierter und fange an, direkter zu werden. Selbst Leute, die von den Geschehnissen nichts wußten, haben mir gesagt, daß sich bei mir was ändern wird, in Richtung von etwas Positivem.
Ich versteh zwar noch nicht alles, aber habe das Gefühl, der Wind dreht sich langsam.
Im Verlauf des Tages konnte ich auch endlich meinen alten Gitarrenverstärker verkaufen, den ich ewig nicht los wurde. Selbst das kommt mir symbolisch vor: die Kiste hat mich in meiner Jugend begleitet, und somit ist dieser Lebensabschnitt wohl durch.